Wenn Sie die Kinder bei der Begegnung mit unseren Werkzeugen und Arbeitsgeräten erleben, wird Ihnen sicher einiges auffallen, gerade bei den Kleinen, denen sonst ein Mangel an Aufmerksamkeit nachgesagt wird. Sie arbeiten nämlich hier ganz unerwartet mit Ausdauer und Konzentration. Andere dagegen, die gewöhnlich im Vorteil sind, weil sie sehr leicht über gegebene Erklärungen lernen, brauchen hier erst eine ganze Weile, bis auch sie sich auf die von der Sache geforderte Herangehensweise einlassen können und auch ihre Freude daran haben.

Solche Situationen des ungestörten Ausprobierens kann man aber auch mit viel weniger Aufwand einrichten, als wir es tun. Mit Papier und Schere, mit Schaufel und Schubkarren oder Lehm und Wasser. Der entscheidende Punkt sind die einfachen und ursprünglichen Arbeitsmittel und dazu die schon mehrfach genannte größtmögliche Zurückhaltung beim immer wieder naheliegenden Eingreifen, weil man denkt es besser zu wissen oder zu können.

Wenn ich mit dem Werkstoff Holz angefangen habe, so ist das ganz zufällig bedingt. Die Werkzeugtechnologie kann auch bei jedem anderen Material noch einmal neu überdacht und im Hinblick auf die schon vorhandenen  Vorstellungen und tatsächlichen Aktionsmöglichkeiten der Kinder mit neuen Erfindungen verbessert und insgesamt zweckmäßiger eingerichtet werden.

Diese Vorgehensweise und seine Ergebnisse liegen nun nicht selten mit tradiertem Fachwissen ungewollt auf Kollisionskurs. Und zwar letztlich deshalb, weil man beim unkonventionellem Experimentieren und genauerem Zusehen nicht selten auf Sachverhalte stößt, zu deren Erforschung es bisher keinen unmittelbaren Anlass gab und die nun zum Bild der geltenden Lehrmeinungen nicht recht passen.

Was unsere Spänewerkstatt ganz speziell leisten kann ist der Transfer von Know-How zum Umgang mit Handwerkzeugen und praktische Hilfe beim Aufbau hier thematisierter neuer Erfahrungsmöglichkeiten für Kinder. Zum Beispiel sammeln Sie abgelegte Werkzeuge, und wir helfen sie so einzurichten, dass Kinder gut damit arbeiten können. Oder Sie besorgen frisch geschlagenes Holz aus dem Wald in ihrer Nähe, und wir helfen einen Werkplatz einzurichten. Dort entstehen dann nach und nach an den Ideen der Kinder orientierte Bauwerke und allerhand praktikable Gerätschaften von denen sie jederzeit Gebrauch machen können. 

Ganz günstig ist es, wenn Sie als Eltern oder Betreuer sich ebenfalls herausfordern lassen, im Zusammenhang mit dieser Arbeit nichts Fertiges kaufen, vielmehr immer eigenen Lösungen den Vorzug geben, und wenn Sie versuchen, dies mit den vorhandenen einfachen und auch für die Kinder überschaubaren Mitteln praktisch umzusetzen. Eine weitere Bereicherung solcher Unternehmungen wäre es noch, wenn ältere Heranwachsende, die an der Arbeit mit Handwerkzeugen Freude haben, den Kleinen helfen, aufwändigere Vorhaben in die Tat umzusetzen.