Wenn man es ernst nimmt, so heißt Kindern vertrauen praktisch, ihnen ein sinnvolles Handeln im eigenen Interesse zutrauen. Soweit der gute Vorsatz. Was genau sie sich selbst auch tatsächlich wünschen, dass man es ihnen überlässt, darüber werden nur sie selbst uns Auskunft geben können.

Die richtigen Worte und Begriffe werden sie kaum dafür finden, und trotzdem haben sie ein sicheres Gefühl dafür, was passt und was nicht. Wir können nur versuchen, uns in unmittelbarer Begegnung und im menschlichen Miteinander ihr noch ungefestigtes Wollen verständlich zu machen. Wenn wir in diesem Zusammenhang einmal darauf verzichten, unser Wissen und unsere eigene bewährte Sichtweise der Dinge auch für das Kind als gültig zu betrachten, ist es sicher nicht mehr ganz so schwierig, für ihre spontanen Äußerungen und Verhaltenssignale eine sinnvolle Deutung zu finden.

Zu welchem Ergebnis man unter diesen Voraussetzungen kommen kann, ist hier so kurz als möglich zusammengefasst:

Kinder wollen nichts über die Dinge wissen, sondern sich in eigener Person mit ihnen in Verbindung setzen und verständigen, deren eigenartige Beschaffenheit und Sprache erfassen und verstehen.

Ihr Untersuchen ist auch darauf gerichtet, welche Bedeutung die Gegenstände ihres Interesses für ihr aktuelles Wollen und Dasein haben.

Kinder wünschen sehr, den Faden ihres Untersuchens und Verstehens selbst zu spinnen.

Sie wollen nicht nur spielen, sondern auch ernsthaft arbeiten. Besser noch, von Einem ins Andere leicht hinüberwechseln, spielend als kleine Produzenten tätig werden können und nützliche Dinge hervorbringen.

Werkzeuge sind für Kinder ein leicht zugänglicher Schlüssel zum verlässlichen Verständnis von Wirklichklichkeit.

Wenn wir ihrem spontanen Selbstzutrauens entgegen kommen wollen, dann wäre nicht mehr zu tun, als in ausreichendem Umfang für dingliche und situative Anregungen zu sorgen, und durch Zurückhaltung und Verzicht auf Lenkungsabsichten den notwendigen Spielraum für die vom Kind selbst erfundene Vorgehensweise offen zu halten.